eine Design-Disziplin
Wenn die OE LLT Sie mit digitalen Lehr- und Lernumgebungen unterstützt, dann wird unsere Entwicklung von Learning Experience Design (LXD) stark geleitet.
Bei dieser Form der Gestaltung werden Design-Wissen und -Methoden herangezogen und die dafür passenden Technologien eingesetzt. LXD kombiniert also spezifisches Design-Wissen und -Methoden mit dem Wissen und Erfahrungen aus dem Bereich der methodisch-didaktischen Gestaltung von Lernerfahrungen. Design-Wissen und -Methoden werden unter anderem aus den Bereichen Interaction Design, User Experience Design und Grafikdesign herangezogen. Des Weiteren ist eine gute Zusammenarbeit mit Kolleg:innen aus Fachdisziplinen wie zum Beispiel aus der IT und Anwendungsentwicklung nötig1. Nachfolgend werden nun die Begriffe Experience, Learning und Design genauer erläutert.
Learning Experience Design (LXD) setzt sich aus drei Begriffen zusammen: Learning (Lernen), Experience (Erfahrung) und Design (Gestaltung). Darunter versteht man die Gestaltung von Lernerfahrungen.
Learning Experience Design (LXD) setzt sich aus den Begriffen Learning (L), Experience (X) und Design (D) zusammen und beschäftigt sich mit der Gestaltung ansprechender Lernerfahrungen.
[Experience – die Erfahrung]
[Design – Gestaltung]
Um eine Lernerfahrung zu gestalten, werden Prinzipien und Verfahren aus den Design-Disziplinen herangezogen. Es handelt sich um einen kreativen Prozess, bei dem stets versucht wird, gestalterisch-innovativ zu arbeiten. Dadurch sollen die bestmöglichen Ideen, Entwürfe und Lösungen generiert werden.
[Learning – Lernen]
Hier wird die Erfahrung, die gestaltet wird, dem Lernen zugeschrieben. Es steht nicht das Training, Unterrichten oder Anweisen im Mittelpunkt. Vielmehr werden die Lernenden, deren Umgebung sowie Lernerfahrung in das Zentrum gerückt. In einigen Beiträgen kommt auch der Begriff erfahrungsorientiertes Lernen (experiential learning) zum Tragen2.
LXD aus Design-Perspektive
Designer:innen haben den Bereich des LXD als Design-Disziplin für sich entdeckt. Sie bringen in diesem Feld ihr Design-Wissen sowie ihre -Methoden zum Einsatz. Der Fokus der Designer:innen liegt hierbei auf dem Menschen, also der:dem Lernenden. Diese:r wird in den Mittelpunkt der Arbeit gerückt. Bei LXD als Design-Disziplin stehen außerdem mehr die funktionalen als die ästhetischen Aspekte im Vordergrund (wie z. B. im Industrial Design)3.
LXD aus der Perspektive von Lehrenden
Lehrende orientieren sich immer am Menschen, also an der:dem Lernenden. Für sie steht die Gestaltung von Lernen und Lehren im Fokus. Daher kann die Sichtweise der Designer:innen für Lehrende anfangs seltsam wirken. Für Lehrende und Entwickler:innen von technologiegestützten Lernanwendungen ist jedoch der Einsatz von Design-Verfahren und -Methoden spannend und zugleich hilfreich.
Herausforderungen von LXD
LXD ist eine relativ neue Design-Disziplin. Da die Begrifflichkeit noch nicht klar abgegrenzt ist, ist noch nicht definiert, welche Grundlagen LXD tatsächlich benötigt. Da der gesamte Gestaltungsprozess einer technologiegestützten Lernerfahrung spezifische Vertiefungen benötigt und dementsprechende Ergebnisse aufweist, können LXD-Designer:innen nicht den gesamten Prozess übernehmen. Daher ist es erforderlich, mit anderen Disziplinen eng zusammenzuarbeiten.
Unterschiedliches Begriffsverständnis
LXD wird im Detail recht divers betrachtet. Das Team von LLT, wie auch viele andere, sieht LXD als neue Design-Disziplin. Das Wort Design wird im englischsprachigen Raum sehr universal eingesetzt, was zu Missverständnissen führen kann. Didaktisches Design oder Instructional Design hat auch wenig mit den traditionellen Design-Disziplinen wie Grafikdesign, Architektur oder Industrial Design gleich. Daher unterscheiden sich auch die Werkzeuge, Arbeitsweisen, Erwartungshaltungen, Methoden und Vorgehensweisen der beiden Gruppen, obwohl LXD eine Zusammenarbeit der beiden erfordert.
Fazit – LXD an der TU Graz
Ziel von LXD ist es, Lernumgebungen so zu gestalten, dass sie möglichst intuitiv, ansprechend und einfach zu bedienen sind. Die pädagogisch-didaktische Aufbereitung sowie die technische Umsetzung einer digitalen Lernerfahrung sind nicht minder wichtig als die LXD-typischen gestalterischen Prozesse und die finale Gestaltung. State-of-the-art Lehr- und Lernumgebungen benötigen nicht nur interdisziplinäre Teams, sondern auch LXD-fachkundiges Personal. LXD ist ein weiterer Schritt und auch Baustein, um technologiegestütztes Lernen und Lehren so zu gestalten und umzusetzen, dass die Lehr- und Lernerfahrungen gefördert werden. LLT erweitert das Wissen des Design-Teams rund um das Know-How von LXD, um die Lehr- und Lernerfahrungen an der TU Graz weiterhin zu verbessern.
Weiterführende Literatur
1: Ahn, J. (2019): Drawing Inspiration for Learning Experience Design (LX) from Diverse Perspectives. (externe Seite) In: The Emerging Learning Design Journal, 2019, Vol. 6, Iss. 1, Article 1.
Schmidt, M./Tawfik, A. A./Jahnke, I./Earnshaw, Y. (2020): Learner and User Experience Research. An Introduction for the Field of Learning Design & Technology. (externe Seite) EdTech Books.
2: LXD.org (2021b): What is learning experience design? (externe Seite) (Webpage)
3: LXD.org (2021a): The origin of learning experience design (externe Seite) (Webpage)
4: Ebner, Martin, Schön, Sandra, Kircher, Jacqueline & Burger, Eva-Maria (2021). Learning Experience Design: Zur Gestaltung von technologiegestützten Lernerfahrungen mit Methoden der Design-Entwicklung (externe Seite) . Handbuch E-Learning. Erg. Lfg. In Print.
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- TU Graz Lehr- und Lerntechnologien